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Pressebüro König
Dipl.-Kfm. Josef König
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Litigation-PR:
Kommunikation im Rechtsstreit – Vertrauen erhalten, Image schützen

30 Jahre Erfahrung in Gerichtsberichterstattung, Reputationsmanagement & Krisenkommunikation – bundesweite Beratung, enge Zusammenarbeit mit Rechtsanwälten.

Was ist Litigation-PR?

Litigation-PR – auch bekannt als strategische Rechtskommunikation oder prozessbegleitende Öffentlichkeitsarbeit – bezeichnet die gezielte Kommunikation in der Öffentlichkeit vor, während und nach einem Rechtsstreit. Ziel ist es, das juristische Verfahren kommunikativ zu flankieren, die eigene Position öffentlich zu stärken und Reputationsschäden zu verhindern oder abzufedern. Denn selbst wer vor Gericht gewinnt, kann in der öffentlichen Wahrnehmung verlieren. Ursprünglich in den USA entstanden, ist Litigation-PR heute auch in Deutschland angekommen. Trotz mancher Skepsis gegenüber möglicher „Beeinflussung von Verfahren“ erkennen immer mehr Organisationen den legitimen und strategischen Wert öffentlicher Kommunikation im Rechtsstreit. Gerade digitale Medien und soziale Netzwerke machen die Öffentlichkeit zum zweiten Gerichtssaal – und den Reputationsschutz zur unternehmerischen Pflicht.

Warum Litigation-PR?

In einer Zeit, in der Medienberichte, Social Media und öffentliche Debatten binnen Minuten eine Krise eskalieren lassen können, brauchen Sie mehr als nur juristische Argumente: Sie brauchen eine Kommunikationsstrategie. Gerichtsverfahren – ob Zivilklage, Strafanzeige oder wirtschaftlicher Streit – können das Image eines Unternehmens ruinieren, die Mitarbeitermotivation senken, Kunden verunsichern und den Börsenkurs beeinflussen. Litigation-PR schützt Ihr Ansehen – und hilft im besten Fall, das Verfahren aktiv zu Ihren Gunsten zu beeinflussen.

Unsere Leistungen

  • Kommunikation im Krisenfall (z. B. Hausdurchsuchung, öffentliche Anklage, Datenleck)
  • Reputationsschutz für Unternehmen & Personen des öffentlichen Lebens
  • Strategische Medienarbeit & Platzierung gezielter Botschaften
  • Abstimmung mit Kanzleien & juristischer Beratung
  • Monitoring & Steuerung der öffentlichen Meinung
  • Aufbau einer Gegenöffentlichkeit – wenn nötig
  • Präventive Krisen-PR & Reputationsvorsorge

Einsatzbereiche

Litigation-PR wird in vielen rechtlichen Kontexten erfolgreich eingesetzt:
  • Strafrecht – z. B. bei prominenten Angeklagten
  • Zivilrechtliche Auseinandersetzungen – um Positionen öffentlich zu erklären
  • Produkthaftung & Verbraucherschutz
  • Kartell- und Wettbewerbsrecht
  • Insolvenzverfahren
  • Arbeitsrecht & interne Konflikte
  • Datenschutz & Cyberangriffe

Maßnahmen, die wirken

  • Pressemitteilungen & Stellungnahmen
  • Interviews & Hintergrundgespräche
  • Social Media-Kommunikation
  • Infografiken & Faktenblätter
  • Pressekonferenzen & Medientrainings
  • Krisen-Websites, Investoren- oder Kundenkommunikation
  • Monitoring von Medien & Netzwerken
  • Gegendarstellungen & rechtlich fundierte Kommunikationssperren

Warum mit uns?

Wenn viel auf dem Spiel steht, braucht es Erfahrung und Präzision. Pressebüro König steht seit über 30 Jahren für professionelle Gerichtsberichterstattung, Krisenkommunikation und Litigation-PR. Josef König unterstützt Anwaltskanzleien, Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen mit hohem Reputationsrisiko – fundiert, lösungsorientiert und medienerfahren. Wir handeln schnell, strategisch und diskret – bundesweit.

Kontakt

Soforthilfe im Krisenfall – oder strategische Beratung in ruhigen Zeiten: 📞 0171 / 44 59 706

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+ + + Im Gerichtssaal entscheidet das Recht – in der Öffentlichkeit die Schlagzeile


Zur medialen Dynamik öffentlich geführter Strafverfahren

MÜNCHEN (02.03.26/Von Dipl.-Kfm. Josef König/Pressebüro König ) - „Jemand musste Josef K. verleumdet haben …“ Mit diesem Satz beginnt Franz Kafka seinen Roman Der Prozess. Josef K., Bankangestellter, wird eines Morgens verhaftet – ohne zu wissen, warum. Und doch steht er bis heute als literarisches Symbol für das Gefühl, einem Verfahren ausgeliefert zu sein, dessen Regeln er nicht kennt. Franz Kafkas Josef K. ist das literarische Beispiel eines Angeklagten, der nicht nur juristisch, sondern kommunikativ isoliert ist. Er versteht weder die Anklage noch die Mechanismen des Verfahrens. Vor allem aber fehlt ihm jede Möglichkeit, seine Sicht der Dinge wirksam zu platzieren. Er reagiert, statt zu gestalten. Er wird beschrieben, statt selbst zu sprechen. Genau darin liegt seine Ohnmacht. Kafka schrieb über die Undurchsichtigkeit staatlicher Macht. Heute ist das Problem nicht mehr Intransparenz. Heute sind es Öffentlichkeit und Medien. Das moderne Verfahren ist sichtbar – aber Sichtbarkeit ersetzt keine Verständlichkeit.

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Wenn der Rammbock zur Nachricht wird
Wer als Unternehmer jemals eine Razzia um sieben Uhr morgens erlebt hat, weiß: Das eigentliche Verfahren beginnt nicht mit der Anklage. Es beginnt mit dem Geräusch des Rammbocks. Vermummte Beamte, Blaulicht, Nachbarn am Fenster, erste Fotos in Messenger-Gruppen. Minuten später stehen Online-Portale bereit. Noch bevor eine Anklage erhoben ist, steht der Name im Netz. Noch bevor ein Richter befasst ist, ist das Urteil im Kommentarbereich gefällt.

Der Rechtsstaat kennt die Unschuldsvermutung. Die Öffentlichkeit kennt den Verdacht.

Josef K. hatte keine Presse. Heute gibt es sie – und genau das verändert die Dynamik. Wer nicht spricht, wird beschrieben. Wer keine Einordnung liefert, überlässt anderen die Deutung.

Die mediale Logik des Verfahrens
Straf- und Ermittlungsverfahren sind heute nicht nur juristische Prozesse – sie sind mediale Ereignisse. Staatsanwaltschaften kommunizieren aktiv, veröffentlichen Pressemitteilungen, laden Journalisten ein. Transparenz ist richtig und notwendig. Doch Transparenz erzeugt Aufmerksamkeit – und Aufmerksamkeit erzeugt Deutung. Vor Gericht gelten die Gesetze des Strafrechts – in der Öffentlichkeit gelten die Gesetze der Medien. Im Gerichtssaal entscheidet Beweisrecht. Im öffentlichen Raum entscheidet Dramaturgie.

Tempo schlägt Differenzierung. Schlagzeile schlägt Sachverhalt. Ein „Kein Kommentar“ wird schnell als Schuldeingeständnis gelesen. Eine laufende Ermittlung wird moralisch aufgeladen, bevor sie juristisch geprüft ist.

Kafka zeigt einen Angeklagten, der im Labyrinth des Verfahrens verschwindet. Heute besteht die Gefahr weniger im Labyrinth der Akten, sondern im Sog der öffentlichen Wahrnehmung. Das Verfahren entfaltet eine zweite Dynamik – eine kommunikative.

Die eigentliche Strafe heißt Vertrauensverlust
Die ökonomische Forschung zeigt, wie gravierend diese Dynamik ist. Studien von Karpoff, Lee und Martin belegen, dass Reputationsverluste im Durchschnitt mehr als das Siebenfache der verhängten Strafen betragen. Armour, Mayer und Polo kommen im Finanzsektor auf Marktwertverluste, die etwa neunmal höher sind als die Geldbußen. Kurzfristig verlieren Unternehmen bei schweren Vorwürfen im Schnitt rund neun Prozent ihres Börsenwerts binnen weniger Tage. Das bedeutet: Nicht das Urteil zerstört Vertrauen – sondern die öffentliche Wahrnehmung. Die Kapitalmärkte reagieren oft binnen Stunden. Kunden und Geschäftspartner reagieren nicht auf den Tenor eines Urteils, sondern auf das Bild, das sich in ihren Köpfen festsetzt.

Die Forschung ist konsistent:
• Märkte sanktionieren Vertrauensverlust härter als Gerichte.
• Reputationsschäden wirken langfristig – bei Investoren, Mitarbeitern und Kunden.
• Persönliche Karrieren von Managern werden häufig dauerhaft beschädigt, selbst bei späterer Entlastung.


Öffentlichkeit als zweite Instanz
In politisch sensiblen Branchen wird ein Ermittlungsverfahren schnell zur Symbolhandlung. Je nach Kontext kann es als Zeichen staatlicher Härte oder als Übergriff wahrgenommen werden. Die Bilder – nicht die Paragrafen – prägen die Debatte.

Das Strafrecht entscheidet über Schuld. Die Öffentlichkeit entscheidet über Zukunft.

Kafka ließ Josef K. im Ungewissen zurück. Nicht die Schuld war entscheidend, sondern das Gefühl, dass sich das Verfahren seiner Kontrolle entzogen hatte. Seine Tragik lag im Verlust der eigenen Stimme.

Heute sind Verfahren nicht mehr geheim, sondern öffentlich. Doch Öffentlichkeit bedeutet nicht automatisch Fairness. Sie folgt eigenen Regeln: Geschwindigkeit, Dramaturgie, Vereinfachung.

Das Urteil des Gerichts kommt am Ende.
Das Urteil der Öffentlichkeit fällt zuerst – und es wirkt oft länger.



Literatur:
Karpoff, J. M., Lee, D. S., & Martin, G. S. (2008). The cost to firms of cooking the books. Journal of Financial and Quantitative Analysis, 43(3), 581–611.

Armour, J., Mayer, C., & Polo, A. (2017). Regulatory sanctions and reputational damage in financial markets. Journal of Financial and Quantitative Analysis.


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